Virtuelle Welten gestalten Meine Leidenschaft für Städtebauspiele

Meine Leidenschaft für City-Builder reicht so weit zurück wie meine ersten Spielerinnerungen. 1989, mit SimCity, war ich noch ein Kind, aber bereits fasziniert von dieser schwindelerregenden Idee: bei null anfangen, die ersten Straßen ziehen, eine Stadt entstehen sehen, sie atmen lassen, wachsen sehen – und manchmal auch scheitern. Diese totale kreative Freiheit, verbunden mit einer fast organischen Logik, hat mich nie losgelassen.

Ich bin mit Management- und Aufbauspielen aufgewachsen. Theme Park, RollerCoaster Tycoon, Transport Tycoon, Cities XL, Planet Coaster, Transport Fever… Sie hatten alle eines gemeinsam: Sie vermittelten mir das Gefühl, glaubwürdige und lebendige Welten zu erschaffen. Was mich dabei immer fasziniert hat, waren nicht Zahlen oder Scores, sondern die Details: Bevölkerungsströme, sich kreuzende Verkehrsnetze, Viertel, die sich langsam verändern. Genau dort entsteht die Magie.

2015 markierte Cities: Skylines einen echten Wendepunkt. Dort entdeckte ich die Kraft individuell gestalteter Assets. Ich verstand, dass ein gut durchdachtes Gebäude, eine vertraute Fassade oder gezielt platzierte Vegetation ein rein funktionales Viertel in einen Ort mit Identität verwandeln können. Eine Stadt war nicht mehr nur effizient – sie konnte eine Geschichte erzählen. Ab diesem Moment war es für mich selbstverständlich, eigene Assets zu erstellen.

Im echten Leben heiße ich Chris und bin Grafikdesigner in Bordeaux. In Cities: Skylines kennt man mich vor allem unter dem Namen Gruny. Ich begann 2018 mit der Asset-Erstellung, sehr bescheiden: drei Würfel, ein Flachdach, einfache kleine Läden, die sich leicht in bestehende Städte integrieren ließen. Nichts Spektakuläres. Und dennoch reagierte die Community positiv. Ich bekam Feedback, Ratschläge und Unterstützung. Ich lernte, entwickelte mich weiter und schärfte meinen Blick. Vor allem aber verspürte ich große Freude, meine Kreationen in den Städten anderer Spieler zu sehen.

Mit der Zeit entwickelte sich meine Arbeit weiter. Mein Stil wurde klarer, mit einer starken Vorliebe für suburbane Umgebungen und einer bewusst ausgeprägten französischen Note. Ich gewann an technischer Präzision, an Anspruch und an Detailbewusstsein. Jedes Asset wurde zu einem Gleichgewicht zwischen Glaubwürdigkeit, Lesbarkeit und Identität. Die größte Belohnung ist bis heute dieselbe: zu sehen, wie diese Kreationen in den Händen von Spielern aus der ganzen Welt lebendig werden.

Heute habe ich das Glück, enger mit Iceflake Studios und Paradox Interactive zusammenzuarbeiten. Ich war an den französischen und niederländischen Regionalpaketen beteiligt, gemeinsam mit Rev0, Geze, Feinbold und Jerenable, und habe das Paket Leisure Venues umgesetzt. Diese Projekte haben mir ermöglicht, die Komplexität von Cities: Skylines 2 wirklich zu begreifen, seine Einschränkungen und Feinheiten zu verstehen und in Sachen Präzision und Konsistenz noch weiter zu gehen.

Im Kern hat sich mein Ziel nie verändert. Ich möchte Assets schaffen, die es jedem ermöglichen, Städte zu bauen, die zu ihm passen: glaubwürdig, lebendig und menschlich. Städte, in denen jedes Detail zählt – denn genau diese Details machen aus einer virtuellen Welt für einen Moment etwas nahezu Reales.